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Aktuelles

Vorteil Risikomanagement

Ein zuverlässiges Risikomanagementsystem gewinnt für Unternehmen immer mehr an Bedeutung, ob aufgrund gesetzlicher Verpflichtung, zur erfolgreichen Krisenprävention oder als Wettbewerbsvorteil.

1) Haftungsproblematik

Ein fehlendes oder mangelhaftes Risikomanagementsystem kann gleichermaßen für Vorstände einer AG, für Geschäftsführer von GmbHs aber auch für Personengesellschaften zu Risiken führen. Der Geschäftsführer unterliegt der „Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsleiters“. Bei Verstößen gegen die auferlegte Sorgfaltspflicht macht sich der Geschäftsführer schadensersatzpflichtig. Auch die Kontrollorgane wie Aufsichtsräte und Beiräte haben sich in regelmäßigen Abständen davon zu überzeugen, dass die Unternehmensführung ihren Verpflichtungen zum Aufbau eines Risikomanagementsystems nachkommt. Ein Unterlassen der entsprechenden Überwachungshandlungen kann ebenfalls eine persönliche Haftung begründen.

2) Rechtliche Rahmenbedingungen

Zur Einführung eines Risikomanagementsystems sind alle deutschen Aktiengesellschaften und deren Vorstände, unabhängig von der Größe und deren Kapitalmarktorientierung, auf Grundlage von § 91 Abs. 2 AktG verpflichtet. Auch für GmbH´s ist das Risikomanagementsystem von Bedeutung. Je nach Größe und Komplexität ist die GmbH nicht anders zu behandeln als die Aktiengesellschaft. Mittelgroße GmbHs sind verpflichtet, im Lagebericht über die Risikosituation des Unternehmens zu berichten. Umfang und Ausgestaltung des Risikomanagementsystems sind an die Unternehmensgegebenheiten anzupassen. Dies betrifft auch Personengesellschaften, die zur Aufstellung eines Lageberichtes verpflichtet sind. Zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems ist eine angemessene Dokumentation erforderlich, auch wenn eine gesetzliche Dokumentationspflicht bisher nicht vorgegeben ist. Sie dient dem Nachweis, dass die Unternehmensleitung ihrer Verpflichtung zur Einführung nachgekommen ist.

3) Risikomanagement/Risikomanagementsystem

Risikomanagement bedeutet das systematische Denken und Handeln im Umgang mit Risiken (z.B. Strategische Risiken, Finanzrisiken, Führungsrisiken, Personalrisiken, Produktrisiken, Produktionsrisiken, Technologierisiken, sonstige betriebliche Risiken). Die künftige Entwicklung des Unternehmens ist stark beeinflusst durch die Bewältigung der Risiken. Insbesondere negative Abweichungen der Ergebnisse der Geschäftstätigkeit von den geplanten Unternehmenszielen werden als Risiken betrachtet. Ziel ist das frühzeitige Erkennen von möglichen Risiken, die von besonderer Bedeutung für das Unternehmen sind, damit eine angemessene Reaktion der Unternehmensleitung eingeleitet werden kann. Organisatorische Grundlage für die Umsetzung eines erfolgreichen Risikomanagements ist die Einführung eines Risikomanagementsystems. Die Auseinandersetzung mit den Risiken ist ein das gesamte Unternehmen umfassender Prozess. Die Prozessschritte umfassen die Identifikation, Bewertung, Kommunikation, Überwachung und der gezielten Steuerung von Risiken.

4) Risikoidentifikation und –bewertung

Voraussetzung ist zunächst die richtige Zuordnung von Risiken und Unternehmenszielen auf den unterschiedlichen Ebenen im Unternehmen. Damit kann auf einzelnen Ebenen das Risiko individuell beurteilt werden. Grundlage ist eine laufend gepflegte Unternehmensplanung. Mängel bei der Risikoanalyse und -zuordnung können bereits einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität des Risikomanagementsystems haben. Es ist darauf zu achten, dass nur Risiken betrachtet werden, die Grundlage für fehlerhafte Entwicklungen sein können. Den ermittelten Risiken sind Eintrittswahrscheinlichkeiten zuzuordnen und die erwartete Schadenshöhe muss berechnet werden. Anschließend sind die Risiken nach ihrer Bedeutung zu sortieren. Um auf Risiken angemessen reagieren zu können sind Schwellenwerte festzulegen, ab denen z.B. ein Notfallplan ins Auge gefasst wird.

5) Risikokommunikation

Die Kommunikation soll sicherstellen, dass für die Unternehmensleitung bedeutsame Risiken auch an diese kommuniziert werden, wenn es Anzeichen für eine negative Entwicklung gibt. Der Weg des Informationsflusses und Schwellenwerte, ab denen über ein Risiko informiert werden soll, sind festzulegen.

6) Überwachung und Steuerung

Damit das Risikomanagementsystem funktioniert sollte darauf geachtet werden, dass dieses kontinuierlich überprüft und ggf. angepasst wird. Hierzu ist eine laufende Überwachung der bei der Unternehmung vorhandenen Strukturen und Prozessen notwendig. Eine Dokumentation der Überwachungstätigkeiten ist wegen der Haftungsrisiken notwendig, um einen Nachweis über die getätigten Arbeiten zu haben. Die Überwachung kann sowohl in die betrieblichen Abläufe integriert werden, als auch prozessunabhängig durch Führungskräfte bzw. durch die Interne Revision übernommen werden. Die Verantwortung für die Umsetzung des Risikomangementsystems unterliegt der Unternehmensleitung. Diese kann die wesentlichen Aufgaben auf einen Risikomanager übertragen. Daher sollte nicht nur die oberste Führungsebene hinter der Einführung stehen, sondern auch die Bereichs- und Abteilungsleitung muss von der Notwendigkeit der Einführung überzeugt sein, damit diese erfolgreich verlaufen kann.

7) Wettbewerbsvorteil 

Der Nutzen eines funktionsfähigen Risikomanagements liegt in der Verbesserung der Qualität der Unternehmenssteuerung und damit in der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Dabei sollten die rechtlichen Vorgaben nicht als lästiger zusätzlicher Verwaltungsaufwand gesehen werden, sondern als Investition in die Zukunft des Unternehmens verstanden werden. Der Mehrwert für die Unternehmensführung liegt insbesondere in dem frühzeitigen Erkennen von krisenhaften Entwicklungen und einer objektiveren Einschätzung möglicher Risikopotentiale. Damit werden die Qualität der Entscheidungen für notwendige Gegenmaßnahmen erhöht und diese frühzeitig eingeleitet. Dieser Zeit- und Informationsvorsprung kann einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Unternehmen bedeuten, die sich nicht intensiv mit der Analyse der Unternehmensrisiken befassen

Die Berater von KONLUS unterstützen Sie gerne bei der Implementierung und Überwachung eines Riskomanagementsystems.


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